Tarotkarte: Der Teufel

Motiv

Der Teufel

In dominanter Pose hockt Der Teufel vor schwarzem Hintergrund auf einem Stein. Er trägt Fledermausflügel sowie den Kopf und die Hörner eines Bocks. Über ihm ist ein umgekehrtes Pentagramm. In seiner Linken hält er eine brennende Fackel. Seine flach ausgestreckte rechte Hand steht im genauen Gegensatz zur Segensgeste des Hierophanten. Dieses Bild entspricht der althergebrachten Vorstellung des Teufels.

Zu seinen Füßen hängt eine am Stein festgemachte Kette, an die ein Mann und eine Frau gekettet sind. Die Ketten hängen jedoch nur lose um ihre Hälse. Sie sehen entspannt aus, leiden scheinbar nicht und sind auch nicht verängstigt. Beide tragen ebenfalls Teufelssymbole: kleine Hörner und Schwänze. Der Schwanz des Mannes endet in einer Flamme, der der Frau in einer Weinrebe. Diese Symbolik steht für das männliche Feuerelement bzw. die weibliche Fruchtbarkeit und das Wasser.

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Bedeutung der Karte

Diese Karte steht nicht für das Gottlose oder Unheilige, sondern für die dunklen Mächte, die uns daran hindern, geistig zu wachsen. Es geht um Gefängnisse, aber um solche, aus denen der Gefangene sich zu befreien imstande ist: indem er die Ketten sprengt, die ihn umgeben. Mit den Ketten sind Zwänge oder Abhängigkeiten gemeint, die uns einengen und daran hindern, selbstbestimmt zu handeln. Süchte sind dafür ein Beispiel. Wer sich von einer Sache, einem Zustand oder einer Person abhängig macht, gibt seine Freiheit auf. Der Teufel stellt die Frage, ob das, was uns umgibt, wirklich gut für uns ist. Oder ob die Menschen und die Ziele, denen man folgt, die richtigen für einen selbst sind. Es ist nur menschlich, sich hin und wieder der eigenen Schwäche hinzugeben und sich verführen zu lassen. „Augen auf! Vorsicht!“ lautet darum die Botschaft!

Der Teufel hat die Intention, unser Gleichgewicht zu stören. Diese Tarotkarte will uns demnach Situationen und Blockaden aufzeigen, in denen wir uns unwohl fühlen. Der Teufel will uns dazu bringen, uns selbst und unser Umfeld zu bedenken. Wenn wir danach in der Lage sind, uns von unseren selbst auferlegten Zwängen und Fesseln zu befreien, erleben wir die Welt der Freiheit.

Glück und Erfolg

Heute ist es schwierig, wirklich glücklich zu sein oder Erfolg zu haben. Allerdings hilft es, wenn man sich klar macht, an welchen Stellen man manipuliert wird oder andere manipuliert.

Positive Aspekte

Zunächst erscheint es schwierig, dem Teufel etwas Gutes abzugewinnen. Verneint er doch durch seine Erscheinung alles, sodass nur er zählt. Das Gute an dieser Karte ist aber, dass sie warnt und unsere Sinne schärfen möchte. Sie ruft uns auf, unser Umfeld und Handeln zu hinterfragen: Ist alles wirklich so rosig, wie es scheint? Tun wir etwas Bestimmtes, weil wir es wirklich wollen, oder weil wir es sollen? Sind die Freunde, denen wir uns anschließen wollen, echt – oder eventuell falsch? Führt der Weg, den wir gewählt haben, wirklich zu etwas Gutem? Achtung: Wenn wir diesen Weg weitergehen, nimmt dieser möglicherweise ein schlimmes Ende! Wer sich aus seiner Unfreiheit lösen kann, tritt dem Leben befreiter entgegen.

Negative Aspekte

Der Teufel steht für innere Ängste und Unruhen, die dem Umfeld aber meist verborgen bleiben, weil andere nicht von ihnen betroffen sind. Das macht uns auf gewisse Weise einsam. Wir geben uns unseren Ängsten hin, weshalb ein subjektiv gefühltes Problem größer wirken kann, als es tatsächlich ist. Die Karte weist darauf hin, dass wir uns mit unserer Unfreiheit abgefunden haben. Wir haben den Bezug zur Freiheit verloren, weil die Gefangenschaft uns leichter erscheint, als für unsere Freiheit zu kämpfen. Was einerseits ein allzu menschlicher Zug ist, wirkt sich gegen uns aus, wenn wir diesen Umstand verleugnen und ständig damit beschäftigt sind, ihn zu unterdrücken. Ein seelisches Ungleichgewicht ist die Folge.

Deutungen

Liebe und Partnerschaft

Das amouröse Miteinander gestaltet sich schwierig. Der eine ist eifersüchtig, während der andere kurz davor ist, einer Verführung zu erliegen. Es gilt, einen Machtkampf zu vermeiden.

Singles sind sich dagegen unsicher, ob sie jemals ihren Traumpartner finden werden. Diese Sorge ist jedoch unbegründet, weil jeder „seinen“ Partner findet. Und das ist nur eine Frage der Zeit.

Beruf und Karriere

Große Angst vor Kritik oder einem Jobverlust steht auf dem Plan. Doch ist die Angst in den allermeisten Fällen unbegründet. Ein aufrichtiges, klärendes Gespräch – und schon fühlt man sich sicherer.

Gesundheit

Gefühlt könnte jetzt der Weltuntergang bevorstehen und man würde sich dennoch durchkämpfen. Doch der erste Eindruck trügt: Überfordert man sich selbst unter Einfluss des Teufels zu sehr, zeigt einem der Körper schnell die eigenen Grenzen auf. Bedächtigkeit ist hier gefragt.

Finanzen

Geldausgeben macht jedem Spaß! Leider ist dafür momentan nicht der richtige Zeitpunkt. Stattdessen sollte man seinen Kontostand im Auge behalten und notfalls aufhören, wenn es am Schönsten ist. Denn Schulden bezahlen sich nicht von alleine.

Tipp und Fazit zur Karte

Taucht diese Tarotkarte während einer Legung auf, ist Vorsicht geboten. Da Der Teufel die umliegenden Karten negiert, kommen primär ihre negativen Aspekte zum Tragen. Aber der Hinweis auf die Gefahren von Falschheit, Schwäche und Sucht ist an sich nicht negativ zu bewerten. In allererster Linie ist es eine Warnung: Es gibt dunkle Seiten, die jeder in sich trägt und vor denen man sich in Acht nehmen muss. Und wir sollten diese zunächst erkennen, wenn wir sie bearbeiten wollen, damit wir nicht zu ihren Sklaven werden. Unterdrücken wir stattdessen unsere schwachen Seiten dauerhaft, führt das zu schweren Problemen. Dazu gehört auch, sich selbst zu belügen und sich und der eigenen Umgebung ein perfektes Idealbild vorzugaukeln.

Jeder kann sich aus seinen selbst- oder fremdauferlegten Fesseln befreien – vorausgesetzt, man erkennt sie zunächst an. Die meisten unserer Ängste sind unbegründet. Die eigenen Ketten zu sprengen, sich von Tabus und so auch aus der Gefangenschaft fremder Ziele und Gedanken zu befreien, das ist hier die Kernaussage.

Weitere nützliche Links zur Tarotkarte „Der Teufel“: